Logo
Zurück zu Verkäufer-Ressourcen
Listing

Transparenz gewinnt: Wie Offenheit bessere Käufer für Ihr Unternehmen anzieht

John Klein
Transparenz gewinnt: Wie Offenheit bessere Käufer für Ihr Unternehmen anzieht

Transparenz gewinnt: Wie Offenheit bessere Käufer für Ihr Unternehmen anzieht

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Wer schon einmal Immobilienportale durchstöbert hat, kennt das Gefühl: Ein Inserat zeigt ein einziges unscharfes Foto und eine vage Beschreibung — „charmantes Objekt mit Potenzial." Das nächste zeigt 25 hochwertige Bilder, einen Grundriss, den Energieausweis und eine ehrliche Beschreibung, was renoviert werden muss. Auf welches Inserat klicken Sie? Welchem vertrauen Sie?

Genau dieses Prinzip gilt auch beim Unternehmensverkauf. Doch im deutschen M&A-Markt ist Geheimniskrämerei nach wie vor der Standard. Viele Makler behandeln jedes Detail als Verschlusssache und verstecken grundlegende Fakten hinter NDAs und wochenlangem Hin und Her, bevor ein potenzieller Käufer irgendetwas Aussagekräftiges erfährt. Die Absicht dahinter ist nachvollziehbar — der Schutz des Verkäufers. In der Praxis bewirkt dieser Ansatz jedoch oft das Gegenteil.

Die Kultur der Geheimhaltung in der deutschen Unternehmensvermittlung

Der klassische Ansatz beim Verkauf eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens in Deutschland folgt einem bekannten Muster: ein vages, anonymisiertes Inserat („profitables Dienstleistungsunternehmen in Süddeutschland, Umsatz €500K–€1M"), gefolgt von mehreren Hürden, bevor echte Informationen fließen. Kaufinteressenten müssen NDAs unterzeichnen, ihre finanzielle Leistungsfähigkeit nachweisen und oft Wochen warten — alles bevor sie überhaupt wissen, ob die Gelegenheit für sie relevant ist.

Das kommt aus einer gut gemeinten Haltung. Verkäufer sorgen sich, dass Mitarbeiter, Kunden oder Wettbewerber erfahren könnten, dass das Unternehmen zum Verkauf steht. Das sind berechtigte Bedenken. Aber das Pendel ist zu weit in Richtung Intransparenz ausgeschlagen, und das hat einen Preis: Weniger qualifizierte Käufer beschäftigen sich mit dem Angebot, Prozesse dauern länger, und viele vielversprechende Transaktionen kommen gar nicht erst zustande.

Was die Forschung über Transparenz und Käuferverhalten sagt

Die Erkenntnisse aus verwandten Märkten sind beeindruckend. Im Immobilienbereich ergab eine umfassende Studie von VHT Studios mit über 200.000 ausgewerteten Inseraten, dass Objekte mit professioneller, detaillierter Präsentation 32 % mehr erzielten als solche mit minimalen Informationen. Daten von Zillow zeigten, dass Inserate mit weniger als neun Fotos eine um 20 % geringere Verkaufswahrscheinlichkeit innerhalb von 60 Tagen hatten. Käufer verbringen rund 60 % ihrer Zeit mit Bildern und nur 20 % mit der Beschreibung — aber beides zählt. Je vollständiger das Gesamtbild, desto ernsthafter das Interesse.

Diese Erkenntnisse gelten nicht nur für hübsche Fotos. Sie spiegeln eine tiefere Verhaltenswahrheit wider: Menschen engagieren sich stärker, wenn sie schnell einschätzen können, ob etwas für sie relevant ist. Unvollständige Informationen erzeugen Reibung, und Reibung tötet Interesse.

Im B2B-Vertrieb zeigt die Forschung von Todd Caponi — dokumentiert in The Transparency Sale —, dass Offenheit, einschließlich des Eingestehens von Schwächen, die Zahl qualifizierter Kontakte erhöht, den durchschnittlichen Dealwert steigert und den Verkaufszyklus verkürzt. Erstaunlicherweise baut es schneller Vertrauen auf, offen über Schwachstellen zu sprechen, als so zu tun, als gäbe es keine.

Eine Studie von Label Insight ergab, dass 94 % der Verbraucher Marken gegenüber loyaler sind, die transparent auftreten, und 56 % einer vollständig transparenten Marke ein Leben lang treu bleiben würden. Obwohl diese Zahlen aus Konsumentenmärkten stammen, gilt die zugrundeliegende Psychologie universell: Menschen belohnen Ehrlichkeit mit Vertrauen, und Vertrauen beschleunigt Entscheidungen.

Was das für den Verkauf Ihres Unternehmens bedeutet

Niemand erwartet, dass Sie Ihre Kundenliste veröffentlichen oder Geschäftsgeheimnisse in einem öffentlichen Inserat preisgeben. Transparenz beim Unternehmensverkauf bedeutet nicht, alles offenzulegen — sondern genug Informationen bereitzustellen, damit ein qualifizierter Käufer beurteilen kann, ob sich eine nähere Beschäftigung lohnt.

Vergleichen Sie diese beiden Ansätze:

Das intransparente Inserat: „Etabliertes Unternehmen im Handwerk. Profitabel. Region: Nordrhein-Westfalen. Umsatz nicht angegeben. Kontaktieren Sie den Makler für Details."

Das transparente Inserat: „Elektroinstallationsbetrieb, gegründet 2005, Raum Köln. Umsatz €800K, 8 Mitarbeiter, inhabergeführt. Starke wiederkehrende Wartungsverträge mit Gewerbekunden. Inhaber geht in den Ruhestand, flexible Übergangsphase möglich."

Das zweite Inserat verrät nichts, was dem Unternehmen schaden könnte. Es nennt keinen Firmennamen. Aber es gibt einem ernsthaften Käufer genug, um sofort einzuschätzen: Ist das die richtige Branche? Die richtige Größe? Die richtige Region? Kann ich mir vorstellen, dieses Unternehmen zu führen?

Dieser erste Qualifizierungsschritt ist entscheidend. Wenn sich ein Käufer nach detaillierten Informationen meldet, ist er bereits ernsthaft interessiert. Das bedeutet weniger Zeitverschwendung mit unpassenden Interessenten, produktivere Gespräche und einen schnelleren Weg zum Abschluss.

Transparenz schafft Vertrauen — und Vertrauen schließt Deals ab

Der Verkaufsprozess endet nicht mit dem Inserat. Transparenz muss sich durch die gesamte Reise ziehen: in der Darstellung der Finanzdaten, in der Besprechung von Herausforderungen und in der Planung der Übergabe.

Käufer erwarten, dass die Due Diligence einige Überraschungen zutage fördert. Das ist normal. Aber wenn ein Verkäufer seine Unterlagen proaktiv aufbereitet, seine Finanzen ehrlich dargestellt und bekannte Herausforderungen offen angesprochen hat — etwa einen Schlüsselmitarbeiter, der möglicherweise geht, oder eine Kundenkonzentration —, verändert sich die Dynamik. Der Käufer sieht einen vertrauenswürdigen Partner, nicht jemanden, der Probleme versteckt.

Das ist besonders wichtig bei kleinen Unternehmenstransaktionen, bei denen der Verkäufer oft während einer Übergangsphase involviert bleibt. Wenn das Vertrauen während der Due Diligence zusammenbricht, weil versteckte Probleme auftauchen, kann der gesamte Deal scheitern — selbst wenn die Probleme an sich lösbar gewesen wären. Es ist die Unehrlichkeit, nicht das Problem selbst, die die Transaktion zum Scheitern bringt.

Die praktische Balance: Was teilen, wann teilen

Transparenz richtig umzusetzen bedeutet, auf jeder Stufe das angemessene Maß an Details zu finden:

Im ersten Inserat teilen Sie Branche, ungefähren Standort, Umsatzspanne, Mitarbeiterzahl, Gründungsjahr und eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells. Das reicht, damit Käufer sich selbst qualifizieren können, ohne die Identität des Unternehmens preiszugeben.

Nach NDA und erster Vorprüfung teilen Sie detailliertere Finanzdaten, den Firmennamen, eine Kunden- und Lieferantenübersicht sowie wesentliche operative Details. Hier beginnen die meisten deutschen Makler aktuell erst — aber zu diesem Zeitpunkt haben sich viele gute Käufer bereits abgewandt.

Während der Due Diligence sollten vollständige Finanzunterlagen, Verträge, Mitarbeiterdetails und Betriebsdokumentation verfügbar sein — idealerweise gut organisiert und proaktiv aufbereitet, nicht scheibchenweise auf Anfrage nachgereicht.

Das Ziel in jeder Phase ist dasselbe: dem Käufer das zu geben, was er braucht, um den nächsten Schritt mit Zuversicht zu gehen.

Ein besserer Ansatz nützt allen

Verkäufer, die angemessene Transparenz leben, erleben in der Regel mehr Käuferinteresse, schnellere Prozesse und weniger Ermüdung im Dealverlauf. Käufer können ihre Zeit auf Möglichkeiten konzentrieren, die wirklich passen. Und Berater verbringen weniger Zeit mit der Verwaltung von Informationsanfragen und mehr Zeit mit dem, was wirklich zählt: Deals zum Abschluss bringen.

Der deutsche Mittelstand befindet sich in einem generationalen Umbruch. Hunderttausende Unternehmen brauchen in den kommenden Jahren neue Eigentümer. Der alte Ansatz extremer Geheimhaltung war in einem Verkäufermarkt mit vielen Interessenten nachvollziehbar. Im heutigen Umfeld — in dem den richtigen Käufer zu finden eine echte Herausforderung ist — ist es kein Luxus, es ernsthaften Käufern leicht zu machen, sich zu engagieren. Es ist ein Wettbewerbsvorteil.

Bei Sequi sind wir überzeugt, dass das richtige Maß an Transparenz bessere Ergebnisse für alle Beteiligten schafft. Unsere Plattform gibt potenziellen Käufern die Informationen, die sie brauchen, um fundiert in den Prozess einzusteigen — und schützt gleichzeitig Ihr Unternehmen, bis Sie bereit sind, mehr zu teilen.

Bereit, Ihr Unternehmen zu verkaufen?

Starten Sie mit einer kostenlosen Bewertung und finden Sie qualifizierte Käufer.

Jetzt verkaufen